Matt Rowe

Managing Director
Ethical Power Neuseeland

Matt ist ein Experte für die erfolgreiche Durchführung von Projekten. Er hat Energiebeschaffungs- und Beratungsteams geleitet und dabei die Kostenoptimierung und pünktliche Lieferung von Großprojekten sichergestellt. Er verfügt mittlerweile über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Energiesektor in Australasien und Europa. Er leitet die neuseeländische Niederlassung und überwacht die Lieferung einer 800-MW-Solarleitung.

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8. Januar 2026

Welche Art von Solarindustrie wollen wir in Neuseeland aufbauen?

Stellungnahme von Matt Rowe, Geschäftsführer, Ethical Power Neuseeland

Neben der Wasserkraft spielt auch die Solarenergie eine wichtige Rolle.

Solarenergie ist keine ferne Zukunftsvision mehr, sie ist Realität, und ihr rasanter Aufschwung hat die Energielandschaft grundlegend verändert. Doch mit diesem schnellen Wachstum stellt sich eine zentrale Frage: Welche Art von Solarindustrie wollen wir in Neuseeland aufbauen? Und wie können wir noch mehr erreichen?

Ich glaube, Neuseeland hat die einmalige Chance, eine Solarindustrie aufzubauen, die über Geschwindigkeit und niedrige Kosten hinausgeht, eine Industrie, die in der Gemeinschaft verwurzelt ist, von kulturellen Werten geleitet wird und die langfristige Vision der Nation für Nachhaltigkeit widerspiegelt.

Neuseelands starke Abhängigkeit von Wasserkraft macht unsere Energieversorgung in der Trockenzeit anfällig, weshalb Solarenergie unerlässlich ist, um eine zuverlässige Energieerzeugung zu gewährleisten. Als hochskalierbare und dezentrale Technologie ist Solarenergie ein wichtiger Teil der Lösung – nicht nur zur Diversifizierung unseres von Wasserkraft abhängigen Stromnetzes, sondern auch zur Stärkung und Ergänzung der bestehenden Energieinfrastruktur, auf die die Gemeinden angewiesen sind.

Bauen für die Menschen und den Planeten

Oftmals werden Infrastrukturprojekte in Neuseeland von ausländischen Auftragnehmern durchgeführt, die diese Projekte schnell abschließen und dann wieder abreisen. Materialien werden aus Übersee verschifft und per LKW quer durchs Land transportiert. Projekte können so von den Menschen und Gemeinden, die sie vor Ort beherbergen, abgekoppelt werden. Und all das bezeichnen wir als „saubere Energie“. Doch Energie kann nur dann wirklich sauber sein, wenn ihre Erzeugung die Umwelt schont, die lokale Wirtschaft unterstützt und den umliegenden Gemeinden zugutekommt.

Gemeinsam mit unserem Kunden Meridian Energy sahen wir in diesen Defiziten eine Chance, die Umsetzung von Solarprojekten in Neuseeland neu zu denken. Die enge Zusammenarbeit ermöglichte es uns, Meridians profunde Kenntnisse des lokalen Energiemarktes mit unserer globalen Expertise im Bereich Solarenergie zu verbinden. Dank dieser Partnerschaft meistern wir nicht nur Herausforderungen, sondern setzen auch neue Maßstäbe dafür, wie Projekte im Bereich erneuerbarer Energien langfristig Mehrwert für Gemeinden, die Umwelt und das Energiesystem schaffen können.

Anstatt die rund 750 Container mit Fracht aus Hunderte Kilometer entfernten Häfen zu transportieren, landen wir sie in Northport, nur 500 m vom Eingang des Geländes entfernt. Dadurch werden Tausende Kilometer Lkw-Fahrten eingespart und die lokale Infrastruktur geschont.

Um sicherzustellen, dass wir unsere Arbeitsweise und den Schutz unserer Umwelt genau im Blick behalten, sind unsere Umwelt- und Nachhaltigkeitsexperten täglich vor Ort und berichten nicht aus einem entfernten Büro. Diese praxisnahe Überwachung gewährleistet, dass wir nicht nur die Vorschriften einhalten, sondern aktiv zum Schutz der neuseeländischen Ökosysteme beitragen.

Wir setzen außerdem auf Schafbeweidung als natürliche Form der Vegetationskontrolle, was die lokale Landwirtschaft unterstützt und dem regenerativen Ansatz entspricht, den viele Neuseeländer in der Landnutzung befürworten. Selbst unsere Sicherheitszäune bestehen aus Holzpfosten, nicht aus Beton oder Stahl – ein hervorragendes Beispiel für nachhaltiges Design.

Auf dem Solarpark Ruakākā arbeiten wir mit lokalen Familien zusammen, um Arbeitsplätze zu schaffen, die Tikanga zu beachten und zu wahren und die Verbindung des Projekts zum Ort zu vertiefen.

Nachhaltigkeit bedeutet nicht, Abstriche zu machen, sondern bessere Entscheidungen zu treffen. 

Gemeinsam mit unseren Stakeholdern betrachten wir nicht nur die Art der Energieerzeugung, sondern auch die damit verbundenen Umweltauswirkungen. An unseren Standorten verwenden wir CO₂-armen Beton für Wechselrichterstationen. Während der gesamten Bauphase werden verschiedene Kennzahlen eingesetzt, und der Verbrauch von Brennstoffen, Wasser und Energie wird erfasst und analysiert, um unsere Nachhaltigkeitsleistung kontinuierlich zu verbessern.

Unsere Erfahrungen in Großbritannien haben gezeigt, wie leicht Fehler passieren können, wenn Umweltaspekte nicht frühzeitig genug berücksichtigt werden. Deshalb liegt dort der Fokus so stark auf dem Nettozuwachs an Biodiversität – als Reaktion auf die Lehren aus früheren Versäumnissen. In Neuseeland lag der Schwerpunkt – und das zu Recht – auf der Biosicherheit.

Unser Ansatz baut auf dieser Grundlage auf: Jede Maschine, die auf unser Gelände gelangt, wird gründlich geprüft, um die Einschleppung von Krankheitserregern oder invasiven Arten zu verhindern. Zudem setzen wir detaillierte Managementpläne um, um unsere Fledermäuse, Eidechsen, Vögel und Süßwasserfische zu schützen. Der Schutz dieser Ökosysteme ist nicht nur eine gesetzliche Vorgabe, sondern Teil unserer Verantwortung als langfristige Bewahrer unseres Landes.

Solarenergie anders nutzen

Es mangelt nicht an Bauträgern, die bereit sind, schnell und billig zu bauen. Doch wenn Neuseeland eine erneuerbare Zukunft anstrebt, die seine Werte widerspiegelt, brauchen wir mehr als nur Schnelligkeit und niedrige Kosten – wir brauchen Integrität. Wir müssen berücksichtigen, wie sich Energieprojekte auf Gemeinschaften, Landschaften und Kultur auswirken. Ethical PowerWir stellen uns ständig die wichtige Frage: „Ist das das Beste, was wir tun können?“, und wir sind bestrebt, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um diese Frage mit einem überzeugenden „Ja!“ zu beantworten.

Ethical Power Solarenergie ist gekommen, um zu bleiben, und das bedeutet, dass wir genauso viel in unsere Menschen wie in unsere Projekte investieren. Wir verpflichten uns, überall dort, wo wir bauen, lokale Arbeitskräfte einzustellen und Talente aus einem Umkreis von 50 km um unsere Solarparks zu gewinnen. Dieses Prinzip werden wir auch in Zukunft beibehalten. Wir sind stolz darauf, in diesem Bereich mit Meridian Energy zusammenzuarbeiten – deren lokale Expertise und Branchenführerschaft machen diesen Ansatz möglich.

Wir arbeiten mit Unternehmen wie diesen zusammen. New Energy Wir bieten Schulungen und Weiterbildungen an, um sicherzustellen, dass sich die Branche parallel zu den umliegenden Gemeinden entwickelt. Dabei bevorzugen wir nach Möglichkeit neuseeländische Lieferanten, von neuseeländischen Auftragnehmern bis hin zu lokal bezogenen Materialien.

Ich arbeite seit über 20 Jahren in der Energiebranche, in ganz Europa und Australasien, und habe aus erster Hand miterlebt, welche Fehler passieren, wenn der Fokus ausschließlich auf niedrigen Kosten und schneller Lieferung liegt. Solarenergie sollte nicht nur der Stromversorgung von Häusern oder der Erfüllung wirtschaftlicher Kriterien dienen, sondern vielmehr der Stärkung von Gemeinschaften und der kontinuierlichen Verbesserung der Standards.

Hier in Neuseeland haben wir die Chance, Dinge anders anzugehen und eine Branche aufzubauen, die auf Kaitiakitanga (Naturschutz), Nachhaltigkeit und Innovationsgeist basiert. Doch das geschieht nicht von selbst; es erfordert bewusste Anstrengung und den Willen, die Messlatte immer höher zu legen.

Auch in Zukunft werden wir nach Wegen suchen, Dinge anders und besser zu machen, und wir möchten, dass die Gemeinschaften, mit denen wir zusammenarbeiten, Teil dieses Weges sind. Ihre Beteiligung ist entscheidend: Je mehr Sie sich einbringen und Ihre Meinung äußern, desto besser können wir sicherstellen, dass unsere Projekte so umgesetzt werden, wie SIE es sich wünschen.

  • Matt Rowe

    Managing Director
    Ethical Power Neuseeland